Psychotherapie ist kein Einheitsverfahren. Unterschiedliche Themen brauchen unterschiedliche Zugänge. Auf dieser Seite erläutere ich, welche Methoden ich einsetze, was sie leisten – und wann ich was verwende.
Alle Verfahren, mit denen ich arbeite, sind wissenschaftlich fundiert und in meiner Ausbildung und klinischen Praxis erprobt. In der Behandlung entscheide ich gemeinsam mit Ihnen, welche Werkzeuge zu Ihrer Situation, Ihrem Tempo und Ihren Zielen passen.
Die kognitive Verhaltenstherapie ist das Fundament meiner Arbeit. Sie geht davon aus, dass es nicht allein die Ereignisse in unserem Leben sind, die uns belasten – sondern die Art, wie wir sie wahrnehmen, interpretieren und bewerten. Diese Muster sind oft so eingeübt, dass sie wie Tatsachen wirken. Tatsächlich sind es aber erlernte Reaktionen, die sich verändern lassen.
Wir schauen gemeinsam, welche Gedankenmuster sich in belastenden Situationen zeigen – ohne sie sofort umzudeuten oder wegzureden. Erst wenn wir verstehen, warum eine Reaktion einmal sinnvoll war, lässt sich prüfen, ob sie heute noch trägt. Dazu gehören konkrete Übungen zwischen den Sitzungen: nicht als Hausaufgabe im schulischen Sinne, sondern als Gelegenheit, neue Erfahrungen gezielt zu sammeln.
Die Verhaltenstherapie ist besonders gut evaluiert für Angststörungen, Depressionen, Zwangserkrankungen, soziale Unsicherheit und viele andere Beschwerden, bei denen bestimmte Denk- und Verhaltensmuster eine zentrale Rolle spielen. Sie ist das am breitesten wissenschaftlich gestützte Verfahren in der ambulanten Psychotherapie.
Klinische Hypnose hat wenig mit dem zu tun, was auf Bühnen vorgeführt wird. Es geht nicht darum, die Kontrolle abzugeben oder in einen fremden Zustand versetzt zu werden. Trance ist ein natürlicher Bewusstseinszustand – ähnlich dem Zustand kurz vor dem Einschlafen, beim Tagträumen oder beim tiefen Lesen. In diesem Zustand ist der Fokus nach innen gerichtet, und Zugang zu Ressourcen, die im Alltag überlagert sind, wird leichter.
Der hypnosystemische Ansatz, entwickelt von Gunther Schmidt, verbindet Hypnotherapie mit systemischem Denken. Das bedeutet: Symptome werden nicht als Fehler behandelt, die abzustellen sind. Sie werden als Signale verstanden – als unwillkürliche Lösungsversuche eines Systems, das unter Druck steht. Die Arbeit beginnt dort: mit Neugier statt Gegendruck. Was will dieses Symptom eigentlich schützen? Welches Bedürfnis drückt sich hier aus?
In der Sitzung leite ich gezielte Entspannungs- und Fokussierungsübungen an, die den Zugang zu inneren Bildern, Körperempfindungen und emotionalen Ressourcen erleichtern. Wir arbeiten mit Metaphern, inneren Zuständen und körperlicher Wahrnehmung – immer in Ihrem Tempo und mit vollem Bewusstsein über den Prozess. Hypnose kann etwas erreichen, was kognitiv manchmal schwer zugänglich bleibt: eine Verankerung neuer Erfahrungen auf einer tieferen, unwillkürlichen Ebene.
Manchmal merken wir, dass wir in bestimmten Situationen immer wieder gleich reagieren – obwohl wir eigentlich wissen, dass es uns nicht guttut. Wir geraten in Überwältigung, ziehen uns zurück, funktionieren auf Hochtouren oder fühlen uns plötzlich klein und hilflos. Die Schematherapie nennt diese eingespielten Muster «Schemata» – früh erworbene Überzeugungen über uns selbst und die Welt, die sich einmal als Schutzstrategien bewährt haben.
Wir lernen, diese Muster zu erkennen und zu verstehen – ohne uns dafür zu verurteilen. Ein zentrales Konzept sind die «Modi»: innere Zustände, in denen wir uns befinden, wenn ein Schema aktiviert wird. Es gibt zum Beispiel den inneren Kritiker, das verletzte Kind, den distanzierten Beschützer – und den gesunden Erwachsenen, der im Laufe der Therapie gestärkt werden soll. Über Imaginationsübungen, aber auch über die direkte Arbeit in der Beziehung können alte Erfahrungen nachgeheilt werden.
Besonders hilfreich, wenn die Schwierigkeiten tief verwurzelt wirken: chronische Unzufriedenheit, wiederkehrende Beziehungsmuster, das Gefühl, nie zu genügen oder nie wirklich anzukommen. Die schematherapeutische Arbeit lässt sich gut mit verhaltenstherapeutischen Elementen verbinden.
EMDR steht für Eye Movement Desensitization and Reprocessing – ein Verfahren, das ursprünglich zur Behandlung von Traumafolgestörungen entwickelt wurde und heute international als anerkannte Methode gilt. Der Kern des Verfahrens: bestimmte Stimulationsreize (z.B. geführte Augenbewegungen oder Tapping) aktivieren bilaterale Verarbeitungsprozesse im Gehirn – ähnlich dem, was im Tiefschlaf bei der REM-Phase passiert.
Belastende Erinnerungen, die sich wie eingefroren anfühlen – immer wieder auftauchen, immer noch die volle emotionale Wucht haben – können durch EMDR ihre Ladung verlieren. Das bedeutet nicht, dass sie vergessen werden. Aber sie verlieren ihren überwältigenden Charakter und fügen sich in die Lebensgeschichte ein, ohne das Erleben im Hier und Jetzt dauerhaft zu stören.
EMDR eignet sich nicht nur für klassische Traumata. Auch belastende Kindheitserfahrungen, einschneidende Lebensereignisse oder wiederkehrende Bilder und Körperreaktionen, die sich rational nicht auflösen lassen, können mit EMDR bearbeitet werden. Voraussetzung ist eine ausreichende Stabilisierung – dieser Schritt kommt immer zuerst.
Die Psychodynamisch Imaginative Traumatherapie wurde von Luise Reddemann entwickelt und verbindet tiefenpsychologisches Denken mit Achtsamkeit und gezielter Vorstellungskraft. Der entscheidende Unterschied zu anderen Traumaverfahren: PITT beginnt nicht mit dem Schmerz, sondern mit der Stärke. Bevor belastende Erlebnisse überhaupt berührt werden, wird ausgiebig daran gearbeitet, was bereits trägt – innere Ressourcen, Selbstberuhigung, Handlungsfähigkeit im Alltag.
Die Therapie gliedert sich in drei Phasen. Zuerst steht die Stabilisierung im Vordergrund: Techniken wie der «innere sichere Ort» oder der «innere Beobachter» helfen dabei, belastende Zustände aus einer sicheren Distanz zu betrachten, anstatt von ihnen überschwemmt zu werden. Erst wenn diese Basis steht, werden schmerzhafte Erinnerungen behutsam aufgesucht – immer nur so weit, wie es sicher ist. Die dritte Phase gilt der Integration: Traumatisches wird als Teil der eigenen Geschichte angenommen, mit Selbstmitgefühl statt Scham.
In der PITT behält die Patientin oder der Patient jederzeit die Kontrolle. Eine häufig genutzte Metapher ist die der Fernbedienung: Belastende innere Bilder können kleiner, weiter weg, leiser gemacht werden. Nichts geschieht gegen die eigene Belastungsgrenze. Das macht PITT besonders geeignet für Menschen, die Angst davor haben, durch Therapie erneut in Panik oder Ohnmacht zu geraten.
Die folgenden Themen behandle ich regelmäßig und mit besonderem Erfahrungshintergrund. Die Liste ist nicht abschließend – wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Anliegen passt, ist ein kurzes Erstgespräch der einfachste Weg das herauszufinden.
Zu Beginn unserer Arbeit besprechen wir gemeinsam, was Sie mitbringen, was Sie sich wünschen – und was ich für sinnvoll halte. Das Vorgehen entwickelt sich aus diesem Gespräch. Sie müssen sich für keine Methode entscheiden; das ist meine Aufgabe.
Erstgespräch anfragen